Alte Kommode aufwerten: neue Möbelgriffe ohne Fehlbohrungen anbringen
Eine geerbte Kommode aus den Sechzigerjahren steht seit Monaten im Flur und wartet darauf, endlich ihren Platz im Wohnzimmer zu finden. Das Holz ist solide, die Schubladen laufen sauber, nur die Griffe wirken billig und passen nicht mehr zum Rest der Einrichtung. Bevor Sie zur Bohrmaschine greifen, sollten Sie den Abstand der vorhandenen Bohrlöcher exakt messen. Wer einfach drauflos bohrt, riskiert hässliche Löcher im Sichtbereich, die sich später kaum kaschieren lassen. Ein Zollstock allein reicht nicht aus, denn entscheidend ist der Abstand von Schraubenmitte zu Schraubenmitte, nicht der Abstand der Außenkanten.
Notieren Sie sich diesen Wert in Millimetern und vergleichen Sie ihn mit den Angaben der neuen Griffe. Viele Hersteller geben den Lochabstand direkt im Produktnamen an, etwa 96 mm oder 128 mm. Passt der neue Griff nicht exakt, gibt es zwei saubere Lösungen: entweder Sie wählen ein Modell mit identischem Maß, oder Sie verschließen die alten Löcher mit Holzkitt und bohren versetzt neu. Beim Möbelgriffe tauschen kommt es vor allem auf diese Vorarbeit an, denn nachträgliches Ausbessern kostet deutlich mehr Zeit als gründliches Messen. Achten Sie außerdem auf die Schraubenlänge: Zu lange Schrauben durchstoßen die Schubladenfront und hinterlassen auf der Innenseite unschöne Spitzen.
Für Massivholzkommoden eignen sich Griffe aus Messing oder gebürstetem Edelstahl, die mit der Zeit eine natürliche Patina entwickeln. Bei lackierten Oberflächen wirken matte Modelle in Schwarz oder Anthrazit oft stimmiger als glänzende Varianten. Prüfen Sie vor dem Anschrauben, ob der Griff in der Hand bequem liegt und ob er beim Öffnen der Schublade nirgends anstößt. Ein Zentimeter Luft zur Kante verhindert, dass die Finger eingeklemmt werden. Wenn die alten Schrauben ausgenudelt sind, drehen Sie sie mit einem passenden Schraubendreher heraus, statt sie mit Gewalt zu lösen, sonst beschädigen Sie das Holzgewinde.
Zum Schluss lohnt sich ein Blick auf die Rückseite der Schubladen. Dort sitzen oft Muttern oder Unterlegscheiben, die beim Wechsel verloren gehen können. Legen Sie alle Teile sortiert auf ein Tablett, damit nichts unter den Schrank rollt. Nach dem Anbringen prüfen Sie jede Schublade einzeln: Sie sollte leicht gleiten, ohne zu wackeln. Mit der richtigen Vorbereitung wird aus einer alten Kommode ein Möbelstück, das noch viele Jahre bleibt.